Der Psychologe REZENSION


Kurzinfo

Titel: Der Psychologe
Autor: Gabriel Rolón
Genre: Kriminalroman
Seiten: 380
Preis: 9,99 €


Klappentext

Die Wahrheit kennt viele Gesichter.

Ein Psychologe wird in ein Verbrechen hineingezogen, das sich bis in die höchsten Kreise von Buenos Aires zieht.


Erster Satz

„Nichts kommt dem Tod so nah wie das Schweigen, und er weiß das.“


Inhalt

Pablo Rouviot ist ein sehr erfolgreicher, aber auch umstrittener Psychoanalytiker auf Buenos Aires, ahnt zuerst nichts Böses, als die junge Paula Vanussi seine Praxis beritt. Als er jedoch erfährt, was genau sie von ihm erwartet, ist er erstaunt: Paula möchte, dass Pablo den Geisteszustand ihres Bruders Javier analysiert und ihr ein Gutachten ausstellt, indem er bestätigt, dass dieser vor Gericht nicht als schuldfähig angesehen werden kann. Jedoch handelt es sich hierbei nicht um irgendeinen Nachbarschaftsstreit: Javier hat seinen Vater, Roberto Vanussi, umgebracht und die Tat anschließend schriftlich gestanden.

Pablo ist von Paulas Fall gleichermaßen begeistert und verunsichert, entscheidet sich schließlich aber dazu, der Sache eine Chance zu geben. Doch je mehr er sich mit Javier und den Umständen des Mordes beschäftigt, desto mehr zweifelt er an Javiers tatsächlicher Schuld. Was, wenn der Mörder jemand ganz anderes war?

Roberto Vanussi scheint einige Leichen im Keller zu haben, die auch andere wichtige Männer etwas anzugehen scheinen, kann also nicht einer von ihnen den Mord begangen haben? Auf der Suche nach der Wahrheit begibt Pablo sich auf gefährliches Terrain, das ihm leicht zum Verhängnis werden kann…


Meinung

So richtig wusste ich nicht, was ich von diesem Buch erwarten sollte, als ich es zum ersten Mal aufgeschlagen habe. Eine Reise durch die Gedanken und Analysen eines Psychologen oder doch eher einen spannenden Kriminalfall? Oder beides?

Nach einem etwas schwerfälligen Start, in dem Pablo eine Kindheitserfahrung reflektiert, kam das Buch schnell in Gang und das eigentliche Thema der Geschichte schien sich abzuzeichnen. Ein Mord, ein psychisch kranker Mann, der ebendiesen begangen haben soll, und seine Schwester, die ihn um jeden Preis vor dem Gefängnis bewahren will. Nicht zu vergessen die große Frage: Ist Javier Vanussi wirklich der Mörder?

So weit, so gut. Auch wenn das vielleicht nicht die spannendste Handlung war, von der ich je gehört habe, war sie interessant genug, um mich zum Weiterlesen zu bringen, ohne dass ich mich gelangweilt hätte. Als die Geschichte jedoch weiter voranschreitet, wird nach und nach klar, dass die im Klappentext versprochene Verschwörung, die bis in die höchsten Ränge in Buenos Aires gehen soll, eher ein Randthema darstellt. Vielmehr spielt in diesem Buch die Familie Vanussi die Hauptrolle, mit denen Pablo sich auch hauptsächlich beschäftigt. Das war keinesfalls langweilig, angesichts meiner Erwartungen nach dem Lesen des Klappentextes jedoch ein bisschen enttäuschend.

Den Spaziergang durch den Kopf des Psychologen habe ich jedoch wirklich genossen, da Gedankengänge interessant und anschaulich beschrieben wurden und somit eine gute Abwechslung zu normalen Krimis bilden konnten.

Die Charaktere waren ebenfalls einzigartig, gut dargestellt und sehr lebhaft geschrieben, auch wenn ich mit der Hauptfigur, dem Psychologen Pablo Rouviot nicht gänzlich warm werden konnte.

Der Schreibstil hingegen hat mir ausnahmslos gut gefallen und es geschafft, meine Konzentration komplett auf das Buch und seine Analysen zu lenken.


Insgesamt einen Abzug wegen der etwas mageren Ausführung des angepriesenen Skandals und einen wegen meiner kleinen Differenzen mit der Hauptfigur. Macht also Drei gute Sterne für „Den Psychologen“!

★★★

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